Mallorca

Insel

vor

Spanien

Höhe

1 445 m

auch

Balearis Major

Maiorca

Partyinsel Mallorca

Mallorca, die größte Insel der Balearen, ist ein beliebtes Urlaubsziel im Mittelmeer. Der Nordwesten ist gebirgig mit Höhen bis zu 1 445 m. Der Tourismus ist der Haupterwerbszweig. In den landwirtschaftlich genutzten Gebieten werden Trauben, Getreide, Flachs und Oliven angebaut und Schweine- und Schafzucht betrieben. Marmor, Kupfer und Blei sind die wichtigsten der hier abgebauten Bodenschätze.

Mallorca
Insel im Osten Spaniens, mit 3 640 Quadratkilometern größte Insel der Balearen. Hauptstadt und Haupthafen ist Palma de Mallorca. Mallorca ist ein sehr beliebtes Ferienziel. Der Nordwesten der Insel ist gebirgig, die Höhenzüge liegen zwischen 1 070 und 1 525 Metern über dem Meeresspiegel. Die Hauptwirtschaftszweige sind neben dem Tourismus die Landwirtschaft, der Bergbau und die Fischerei. Ferner sind die Schweine- und Schafhaltung sowie der Abbau von Marmor, Kupfer und Blei von Bedeutung. Auf der Insel lebten u. a. der Dichter Robert Graves und der Komponist Frédéric Chopin, der mit der Schriftstellerin George Sand in Valldemosa wohnte, wo er mehrere seiner bedeutenden Werke komponierte. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 600 000.
Balearen (spanisch Islas Baleares)
Inselgruppe, autonome Region und Provinz in Ost
spanien im Mittelmeer, die aus elf kleinen Eilanden und den vier großen Inseln Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera besteht. Hauptstadt ist die Stadt Palma auf Mallorca, der größten Insel. Die Inseln sind ein beliebtes Urlaubsziel. Fremdenverkehr ist daher auch der wichtigste Wirtschaftsfaktor. Weitere Wirtschaftszweige sind Fischerei und Landwirtschaft sowie die Herstellung von Schuhen und Majolika-Keramik. Angebaut werden Zitrusfrüchte, Weintrauben, Oliven, Weizen, Feigen, Gemüse und Mandeln. Obst, Wein, Schweine und Olivenöl werden exportiert. Die ersten Bewohner waren die Iberer. Später wurden die Inseln von den Phöniziern, Griechen, Karthagern, Römern und Byzantinern besetzt, im 8. Jahrhundert schließlich von den Mauren erobert. Piraten, die Schiffe im Mittelmeer überfielen, dienten die Inseln als Stützpunkt. Jaime I., König von Aragón, vertrieb die Mauren 1229. Während des Spanischen Bürgerkrieges ( 1936-1939) standen Mallorca und Ibiza auf der Seite der Nationalisten, Menorca unterstützte die Republikaner. Auf einer Fläche von 5 014 Quadratkilometern leben etwa 710 000 Menschen.

Menorca
Mittelmeerinsel im Osten Spaniens, die zweitgrößte der Balearen, östlich der Insel Mallorca gelegen. Menorca ist 48 Kilometer lang, rund 16 Kilometer breit und hat eine Fläche von 702 Quadratkilometern. Die höchste Erhebung der Insel ist 358 Meter hoch. Hauptort ist Mahón, das seit dem Altertum als die Stadt mit dem schönsten Hafen der Balearen gepriesen wird. Die wichtigsten Erzeugnisse der Insel sind Wein, Öl, Getreide, Flachs und Süßkartoffeln. Sehenswert sind Überreste von Megalithen, darunter einzigartige Gebilde, die vermutlich tragende Elemente ursprünglich noch größerer Bauwerke waren. Wie bei allen Baleareninseln wird der Tourismus als Wirtschaftsfaktor auf Menorca immer bedeutender. Die Einwohnerzahl von Menorca beträgt rund 70 000.
Palma, auch Palma de Mallorca
Verwaltungssitz der spanischen Provinz
Balearen, auf der Insel Mallorca, in der Bucht von Palma. Neben Schuhen und Wolltextilien werden in der Stadt u. a. Töpferwaren, Kristall, Metallwaren und Schiffsmotoren hergestellt. Palma wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. von den Römern gegründet. Im 6. Jahrhundert unterstand die Stadt byzantinischer Herrschaft, im 8. Jahrhundert fiel sie an die Araber. 1229 eroberte Jakob I. von Aragonien Palma. Herausragendes Bauwerk ist die gotische Kathedrale, die 1230 begonnen und im 17. Jahrhundert fertig gestellt wurde. Sie enthält einen Altarbaldachin, der von dem katalanischen Architekten Antonio Gaudí entworfen wurde. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der ehemalige spanische Königspalast oberhalb der Bucht von Palma, die ehemalige Börse, die heute ein Museum beherbergt, mehrere Palais des 16. bis 18. Jahrhunderts sowie die Kirchen San Francisco (13. Jahrhundert) und Santa Eulalia (13./14. Jahrhundert). Die Einwohnerzahl beträgt etwa 300 000.
Spanien (spanisch España)
konstitutionelle Monarchie im Südwesten Europas, erstreckt sich über den größeren Teil (etwa 80
 Prozent) der Iberischen Halbinsel und grenzt im Norden an den Golf von Biscaya, an Frankreich und Andorra, im Osten an das Mittelmeer, im Süden an das Mittelmeer und an den Atlantik und im Westen an Portugal und den Atlantik. Die britische Kronkolonie Gibraltar liegt im äußersten Süden von Spanien und wird von diesem beansprucht. Die Balearen im Mittelmeer und die Kanarischen Inseln im Atlantik vor der Küste Afrikas sind spanische Gebiete. Weiterhin stehen zwei kleine Exklaven in Marokko, Ceuta und Melilla, sowie drei Inselgruppen nahe der Küste von Afrika (Peñón de Vélez de la Gomera, die Alhucemas- und die Chafarinas-Inseln) unter spanischer Verwaltung. Das Staatsgebiet Spaniens einschließlich der Gebiete in Afrika und der Inselterritorien beläuft sich auf 504 782 Quadratkilometer. Madrid ist Hauptstadt und gleichzeitig die größte Stadt des Landes.
Klima
Aufgrund der großen Höhenunterschiede und der weiten Nord-Süd- und West-Ost-Erstreckung hat Spanien Anteil an mehreren Klimazonen. Die nördlichen Landesteile (von Galicien im Nordwesten über das Kantabrische Gebirge bis zu den Pyrenäen im Nordosten) sind ozeanisch geprägt; sie erhalten Niederschläge zu allen Jahreszeiten. In manchen Gebieten wurden schon Jahresniederschläge von mehr als 2 500 Millimetern verzeichnet. Sie gehören damit zu den feuchtesten Gebieten Europas. Die Tages- und Jahresschwankungen der Temperatur sind im Norden relativ gering. Die mittleren Monatstemperaturen liegen im Sommer um 20 °C, im Winter bei etwa 9 °C.
Das Klima im überwiegenden Teil Spaniens ist demgegenüber subtropisch-mediterran. Aufgrund der großen Entfernung zum thermisch ausgleichenden Meer hat es kontinentalen Charakter. Die Temperaturunterschiede sind im Jahresverlauf vor allem in der Meseta sehr hoch. Madrid hat eine mittlere Julitemperatur von 24 °C, während der entsprechende Wert im Januar bei nur 5 °C liegt. Einzelne Tage können extremere Werte annehmen. So werden hier im Sommer mitunter Tagestemperaturen von 40 °C überschritten und im Winter an manchen Tagen–10 °C erreicht. Hier können im Winter die Flüsse zufrieren, während es im Sommer in der zentralen Hochebene so heiß ist, dass viele Flüsse bei lange andauernden Dürreperioden vollständig austrocknen. Ein vor allem im südlichen Teil der Hochebene im Sommer auftretendes Phänomen ist die Calina. Dieser Begriff bezeichnet trockenen Staubdunst, der aus kleinsten Staubteilchen besteht, die von der aufsteigenden heißen Luft in die bodennahen Luftschichten transportiert werden. Die mittleren Jahresniederschläge liegen in den flachen Gebieten der Meseta zwischen 300 und 600 Millimetern (in Madrid 419 Millimeter), die Randgebirge des Hochlandes erhalten bis 2 000 Millimeter. Hauptregenzeiten im zentralen Spanien sind Frühjahr und Herbst.
Am trockensten ist es in den küstennahen Tieflagen im Südosten. Im Windschatten der Sierra Nevada werden häufig 200 Millimeter Niederschlag im Jahr unterschritten. Damit zählt dieses Gebiet zu den trockensten in Europa. Halbwüstenhafte Bedingungen herrschen in einem küstenparallelen Streifen zwischen Alicante im Nordosten und Almería im Südwesten. Regen fällt hier in Form von Schauern an nur wenigen Tagen im Jahr.
Auf den Balearen sind die Winter relativ mild bei Mittelwerten um 12 °C. Die Kanarischen Inseln verzeichnen aufgrund der südlicheren Lage ganzjährig hohe Temperaturen; die Mittelwerte liegen zwischen 18 °C im Winter und 26 °C im Sommer.

Physische Geographie

Das spanische Festland wird von drei unterschiedlichen Landschaftsräumen geprägt. Dies sind das zentrale Hochland der Meseta, die randlich anschließenden Gebirge sowie die äußeren Becken- und Gebirgslandschaften. Die mittlere Höhe des Festlandes beträgt etwa 660 Meter über dem Meeresspiegel. Damit ist Spanien nach der Schweiz das gebirgigste Land des europäischen Kontinents.

Das ausgedehnte Hochland der Meseta mit Madrid im Zentrum erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 250 000 Quadratkilometern. Diese Hochebene fällt von Osten nach Westen sanft ab. Sie wird vom Kastilischen Scheidegebirge und dessen Ausläufern Sierra de Guadarrama und Sierra de Gredos in die nördliche und die südliche Meseta unterteilt. Höchste Erhebung in diesem Gebiet ist der Pico de Almanzor mit 2 592 Metern. Die Gebirgszüge sind durch zum Teil steilwandige Täler intensiv gegliedert. Die nördliche Meseta umfasst die historischen Landschaften Altkastilien und León, die größere südliche Meseta die Landschaften Neukastilien und Extremadura.

An die zentral gelegene Meseta schließen Gebirgszüge an. Nach Norden ist dies das Kantabrische Gebirge mit dem bis 2 648 Meter hohen Massiv der Picos de Europa. Im Osten wird die Hochebene vom Iberischen Randgebirge umrahmt (in der Sierra de Moncayo bis 2 313 Meter hoch). Die geographische Grenze nach Süden markiert die bis 1 323 Meter hohe Sierra Morena. Im Westen fällt die Meseta allmählich über das Tafelland der Extremadura zur Atlantikküste in Portugal ab.

Zu den höchsten der äußeren Randgebirge des spanischen Festlandes gehören die Pyrenäen im Norden und die Betische Kordillere mit der Sierra Nevada im Süden. Höchster Gipfel der Pyrenäen, dem Grenzgebirge zu Frankreich, ist der Pico de Aneto mit 3 404 Metern. In der Sierra Nevada erhebt sich der Mulhacén (3 478 Meter) als höchster Berg der Iberischen Halbinsel. Zwischen den inneren, die Meseta begrenzenden Gebirgen und den küstennahen Hochgebirgen breiten sich ausgedehnte Flusstäler aus. Weite Beckenlandschaften werden von den längsten Flüssen der Halbinsel durchquert.

Die fruchtbaren Küstenebenen sind überwiegend schmal und selten breiter als 30 Kilometer. An einigen Stellen reichen die Bergketten bis an das Meer, wo sie zum Teil sehr steil abfallen und felsige Landspitzen bilden. Dies ist besonders entlang der Mittelmeerküste der Fall, wo sich einzelne Ausläufer des Katalanischen Küstengebirges bis zum Meer hin ausdehnen. Barcelona verfügt über den einzigen größeren Hafen an diesem Küstenabschnitt. An der Küste im Nordwesten Spaniens, besonders in Galicien, gibt es einige bedeutende Häfen. Die Voraussetzungen für die Entstehung geeigneter Buchten sind in diesem Bereich überaus günstig. Durch nacheiszeitlichen Anstieg des Meeresspiegels wurden in Galicien ehemalige, weit ins Landesinnere hineinreichende Flusstäler überflutet und bilden nun tief eingeschnittene Buchten (Riaküste). In diesen Küstenbereichen entstanden ideale Naturhäfen.

Die Inselgruppe der Balearen bildet geologisch die nordöstliche Fortsetzung der Betischen Kordillere im Mittelmeer. Höchster Berg ist der Puig Mayor auf Mallorca mit einer Höhe von 1 445 Metern. Die höchste Erhebung auf dem gesamten spanischen Territorium ist der Pico de Teide (3 718 Meter) auf Teneriffa, der größten der Kanarischen Inseln.

Auch wenn der Boden in Spanien für eine agrarische Nutzung sorgfältig bewässert und kultiviert werden muss, ist er eine reiche und wertvolle natürliche Ressource. Das Spektrum unterschiedlicher Bodentypen ist aufgrund der Größe der Landes überaus breit. Während weite Teile des überwiegend trockenen Landesinneren von wenig entwickelten Rohböden bedeckt sind, ist in den feuchteren Regionen Terra rossa großflächig verbreitet. Dieser Bodentyp ist charakteristisch für die Teile des mediterranen Raumes, in denen Kalkstein ansteht. Die niederschlagsreichen Gebiete im Norden des Landes sowie an den Luvseiten der Gebirge sind mit fruchtbaren Braunerden bedeckt. Die Landesteile in den trockenen Bereichen des südöstlichen Spanien tragen überwiegend graue, salzhaltige Halbwüsten- und Wüstenböden.

Bevölkerung

Spanien ist ein ethnisch überaus heterogenes Land. Die Bevölkerung Spaniens ging im Wesentlichen aus der Mischung der ursprünglichen Bevölkerung der Iberischen Halbinsel mit den Völkern hervor, welche die Halbinsel eroberten und über lange Zeiträume hinweg besetzten. In diesen Perioden kamen ethnologische Elemente der Römer, der Sweben, der Westgoten (siehe Goten) und der Teutonen hinzu. Weiterhin können semitische Elemente nachgewiesen werden. Viele ethnische Gruppen in Spanien haben sowohl kulturell als auch sprachlich ihre Identität bewahrt. Hierzu zählen die etwa 2,5 Millionen Basken im Norden des Landes. Sie sind Nachkommen eines nichtindogermanischen Volksstammes und zeigen traditionell starke Bestrebungen zur Autonomie. Die historische Region der Basken reicht auf französisches Staatsgebiet über. Im Nordwesten Spaniens leben rund 2,5 Millionen Galicier. Eine weitere ethnische Gruppe sind die etwa acht Millionen Katalanen, von denen die meisten in Katalonien leben. Weitere Siedlungsgebiete der Katalanen sind die südlich angrenzenden Gebiete sowie die Balearen. Außerdem leben in Spanien etwa 500 000 Sinti und Roma.

Die Einwohnerzahl Spaniens beträgt etwa 39,5 Millionen. Die Bevölkerungsdichte liegt bei etwa 78 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die Verteilung der Bevölkerung ist überaus ungleichmäßig. Mehr als drei Viertel der Bevölkerung leben in den Städten. Hohen Werten der Bevölkerungsdichte in den wirtschaftlich stark entwickelten Gebieten und den Küstenregionen stehen zum Teil sehr niedrige Werte im Landesinneren gegenüber. Die Zuwanderung von Menschen aus strukturschwachen ländlichen Regionen in die großen Städte hält an. Mehr als drei Millionen Spanier leben im Ausland, darunter etwa 200 000 in Deutschland.

Spanien besteht aus 17 Autonomen Gemeinschaften mit insgesamt 52 Provinzen. Die Autonomen Gemeinschaften sind Andalusien, Aragonien, Asturien, Balearen, Baskenland (País Vasco), Kanarische Inseln, Kantabrien, Kastilien-La Mancha, Kastilien-León, Katalonien, Extremadura, Galicien, La Rioja, Madrid, Murcia, Navarra und Valencia.

Sprache

Offizielle Landessprache ist Spanisch, das auf dem kastilischen Dialekt beruht. Weltweit wird Spanisch von etwa 250 Millionen Menschen gesprochen. Rund 500 000 Menschen im spanischen und französischen Baskenland sprechen Baskisch. Diese Sprache ist überaus alt, und ihre Herkunft ist unbekannt. Sie hat keinerlei Verwandtschaft mit anderen europäischen Sprachen. Katalanisch hat seit Ende der Franco-Ära im Nordosten des Landes Spanisch immer mehr verdrängt. Galicisch ist mit dem Portugiesischen eng verwandt; zwischen beiden gibt es keine klare Sprachgrenze. Baskisch, Katalanisch und Galicisch sind seit 1978 als Nationalsprachen anerkannt und werden in den Schulen der jeweiligen Gebiete unterrichtet.

Religion

Etwa 97 Prozent der Spanier bekennen sich zum römisch-katholischen Glauben. Das Land ist in elf Erzdiözesen und über 50 Suffraganbistümer unterteilt. Der Katholizimus war einst Staatsreligion. In der Verfassung von 1978 wurde jedoch festgelegt, dass Spanien keine Staatsreligion mehr haben soll. Es gibt kleinere Gemeinden von Protestanten, Juden und Muslimen.

Kultureinrichtungen

Die im Jahr 1712 als Königliche Bibiliothek gegründete Nationalbibliothek in Madrid ist die größte des Landes und beherbergt über vier Millionen gebundene Bücher. Zu den bemerkenswerten Sammlungen der Bibliothek zählen seltene Bücher, Drucke und die wunderschöne Sala de Cervantes, die dem großen spanischen Schriftsteller Miguel de Cervantes Saavedra gewidmet ist. Die Bibliothek des Königlichen Palastes (1760 gegründet) in Madrid verfügt über viele seltene Auflagen aus dem 16. Jahrhundert sowie über hervorragende Sammlungen von Manuskripten und Kupferstichen. Eine der vollständigsten Bibliotheken Spaniens ist die Universitätsbibliothek in Madrid, die 1341 gegründet wurde. Hier befinden sich mehr als 800 000 Bände und über 270 000 Druckschriften. Die Escorial-Bibliothek in der Nähe von Madrid ist für ihre Sammlung seltener Bücher bekannt. Archiv und Bibliothek der Kathedrale von Toledo sind für die Sammlung von etwa 3 000 Manuskripten aus dem 8. und 9. Jahrhundert und mehr als 10 000 Dokumenten aus dem 11. Jahrhundert berühmt.

Eine der größten Kunstsammlungen der Welt befindet sich im Nationalmuseum für Malerei und Bildhauerkunst in Madrid (bekannt unter dem Namen Prado). Das Museum beherbergt viele Werke von El Greco, Diego Velázquez, Bartolomé Esteban Murillo und von Francisco Goya, Werke der italienischen Maler Sandro Botticelli und Tizian sowie von Rembrandt. Das Nationalmuseum für Moderne Kunst in Madrid hat sich auf die spanische Malerei nach 1800 spezialisiert.

Spanische Tonwaren, Brokate, Wandteppiche und Elfenbeinschnitzereien befinden sich im Nationalen Museum für Archäologie, das auch die bedeutendste spanische Bibliothek mit Werken der Archäologie beherbergt. Im Nationalen Völkerkundemuseum in Madrid sind Kunstwerke aus den ehemaligen spanischen Kolonien ausgestellt, darunter aus Äquatorial-Guinea, den Philippinen und Bolivien. Weitere Museen in Madrid sind das Nationale Museum der Wissenschaft und das Museum des Spanischen Volkes. In Barcelona befinden sich das Meereskundemuseum und das Archäologische Museum, das eine große Sammlung prähistorischer, phönizischer, griechischer, römischer und westgotischer Kunstwerke beherbergt.

Währung und Bankwesen

Die spanische Währungseinheit ist die Peseta, die von der Bank von Spanien (1829 gegründet) ausgegeben wird. Eine große Anzahl von Handelsbanken ist im ganzen Land verteilt. Die wichtigsten Börsen befinden sich in Madrid, Barcelona und Bilbao. Mit Beginn des Jahres 1997 verloren die Geldstücke, auf denen immer noch General Franco abgebildet ist, ihre Gültigkeit. Spanien nimmt ab 1. Januar 1999 an der Europäischen Währungsunion teil.

Tourismus

Die Einnahmen aus dem Tourismus leisten einen großen Beitrag dazu, das chronische Handelsdefizit Spaniens zu kompensieren. Spanien ist das europäische Land, in dem der Anteil der Einnahmen aus dem ausländischen Fremdenverkehr an den gesamten Deviseneinnahmen am höchsten ist. Jedes Jahr reisen mehr als 50 Millionen Menschen aus anderen Ländern nach Spanien; der überwiegende Teil davon sind Urlauber. Die meisten Besucher des Landes kommen aus Frankreich, Portugal, Deutschland und Großbritannien.

Der Tourismus konzentriert sich stark auf die festländischen Küstenregionen am Atlantischen Ozean und am Mittelmeer sowie auf die Balearen und die Kanarischen Inseln. Darüber hinaus verzeichnen auch die kulturell und historisch interessanten Städte Madrid, Barcelona, Valencia, Sevilla, Córdoba und Granada hohe Besucherzahlen. Bau und Betrieb der für die vielen Besucher benötigten Infrastruktur führten vor allem in den Küstenregionen zu intensiven wirtschaftlichen und ökologischen Veränderungen. Während im Tourismussektor kontinuierlich neue Arbeitsplätze geschaffen werden konnten, kam es andererseits durch den Bau von Hotels und Verkehrswegen zu Belastungen. Probleme sind dabei vor allem der hohe Wasserbedarf der Hotelanlagen, Entsorgung und Lärm.